
Danke Corona-Pandemie. Ich durfte nämlich schon nach drei Tagen nach Hause. Endlich wieder zu Hause und das diesmal zu dritt. Plötzlich veränderte sich alles.
Jaja liebe Frauen, jetzt kommt der nächste spaßige Teil. Ich lief die nächsten sechs Wochen mit Netzschlüpfern und überdimensional großen Binden herum. Ich fühlte mich so unattraktiv wie noch nie zu vor. Nicht das der ganze Schwangerschaftsspeck genug wäre. Nein. Es kamen immer neue unangenehme Dinge dazu. So hatte ich mir das auf jeden Fall nicht vorgestellt.
Was ihr auch noch nicht wisst. Wir hatten am 18.05.2020 einen Hochzeitstermin. Den mussten wir nun zu dritt wahrnehmen. Also ich in mein Kleid rein, Strumpfhose drüber und den ganzen Beckenabschnitt schön festgeschnürt. Ich wollte das Gefühl meiner Riesenwindel ablegen und nur an den wundervollen Tag und Zeremonie denken. Ich wollte mich etwas attraktiv fühlen. Die Hochzeit verlief wunderschön. Die Zeit blieb gefühlt für einen Moment stehen. Wir waren so glücklich und konnte es kaum fassen. Selbst nach der Trauung und Tage danach blieb das Gefühl so unwahr. Doch wir waren nun Mann und Frau und eine kleine richtige Familie!!!
Die Tage und Wochen vergingen. Nur leider nicht nach meinem Geschmack. Ich hatte super dolle Probleme beim Stillen. Ich saß da mit Tränen in den Augen. Habe geheult ohne Ende. Ich hatte so starke Schmerzen beim Stillen. Meine Freunde fragten mich immer wie es läuft und ich wollte immer gerne sagen, dass alles gut ist aber das war es leider nicht. Von meinen Mama-Freunden hab ich immer nur gehört, dass es nach drei Wochen besser werden würde, aber in dieser Zeit müsste ich einfach durchhalten. Nach den drei Wochen wurde es aber nicht besser. Ich hab einfach nur noch geheult. Ich war teilweise echt am Ende meiner Nerven und Kräfte. Ich wollte nicht mehr. Doch meine super tolle Hebamme und mein wundervoller Mann haben mir immer wieder Halt gegeben und mich ermutigt. Dann habe ich vermehrt Brustentzündungen bekommen und zu guter Letzt auch noch einen Pilz in der Brust. Ich lag mit 40 Grad Fiber flach über mehrere Tage. Ich war nicht mehr fähig meine kleine Maus zu versorgen. Ich war so froh, dass mein Mann mir die kleine Maus abgenommen hatte und sich komplett um sie kümmerte. Ich pumpte ab und er gab ihr die Milch in einer Flasche (übrigens die Flaschen von Avent sind die besten wegen des Flaschenhalses). Doch die Milch wurde auf einmal weniger und sie reichte nicht mehr aus. So bekam Bella Pre-Nahrung aus der Flasche. Es war ein ständiger Wechsel zwischen Flasche und Brust und Milch und Pre Nahrung. Nach fast acht Wochen Marathon habe ich es dann endlich geschafft. Es wurde endlich besser und ich atmete auf. Die unzähligen Besuche bei der Stillberatung hatten ein Ende. Meine Hebamme hat mit mir aufgeatmet. Und auch die Kinderärztin freute sich mit mir. Ich war so glücklich, dass meine Kleine alles so unkompliziert angenommen hat und einfach alles mitgemacht hat. Egal ob Flasche oder Brust, ob Milch oder Pre-Nahrung. Sie war der Grund, warum ich nicht aufgegeben habe, warum ich es bis zum Happy End durchgehalten habe.
Und genau aus diesem Grund liebe Mamis, haltet durch! Es lohnt sich, denn Muttermilch ist das Beste, was ihr eurem kleinen Schatz bieten könnt. Die Brust ist so vieles mehr als nur eine Nahrungsquelle. Und für alle Faulis unter uns. Wenn man nachts erst eine Flasche mischen muss, kostet das am Ende viel Schlaf.
Mittlerweile ist unser Schatz schon drei Monate alt (12.08.2020). Die Zeit verging so rasend schnell. Kaum hat sie ihre Augen richtig aufgemacht, lernte sie die Dinge zu fixieren. Sie wurde immer aufmerksamer. Sie fing an zu lachen, nach ein paar Wochen sogar bewusst. Sie lernte ihren Kopf zu halten und nun sind wir beim Greifen angekommen. Die Entwicklung verläuft so rasend schnell und es ist so wundervoll dabei zu sein und es live mitzubekommen. Deswegen liebe Papas. Bleibt so lange ihr könnt zu Hause.
Genau aus diesen Gründen wird mir immer klarer, dass sich all meine vielen Qualen gelohnt haben. Ich würde meine Bella niemals wieder hergeben. Es gibt immer wieder schwierige Zeiten, aber wenn sie mich dann anlacht, ist alles negative wie weggepustet.
Und liebe Eltern, es werden so viele „schlechte“ Zeiten auf euch zu kommen. Ich weiß noch wie wir die ersten Wochen stundenlang verbracht haben, unsere Maus zum Einschlafen zu bringen. Wir mussten stundenlang auf einem Gymnastikball wippen. Rauf und runter hörten wir das Introlied von Benjamin Blümchen und nichts half so richtig gut. Aber auch das ist nun endlich geschafft und wir haben unseren Weg des Einschlafens gefunden.
Liebe Väter, gönnt euren Frauen auch mal eine Auszeit. Auch wenn ihr am Tage arbeiten seid. Aber wir Frauen brauchen auch mal eine Pause, denn es ist an manchen Tagen verdammt anstrengend und da braucht man einfach eine Unterstützung. Und wenn es nur mal 30 Minuten sind. Aber das hilft uns schon.
Ach und liebe Mamis und Papis, wenn sich die kleinen beim Trinken verschlucken, klingt das teilweise sehr dramatisch und man bekommt Panik, aber die Babys haben einen Reflex, so dass sie nicht daran ersticken können.
Ich werde euch ein paar Videos erstellen über die verschiedenen Tragen und Windeln und noch vieles mehr. Diese findet ihr dann unter Aktuelles in meinem Blog.