Fluch und Segen zugleich!

So ihr Lieben, nun möchte ich euch ein bisschen was über meine Schwangerschaft erzählen!
Kennt ihr das, wenn ihr in einer aktuellen Situation steckt und ihr auf einmal ständig damit konfrontiert werdet? So ging es mir mit meiner Schwangerschaft. Man sieht nur noch Schwangere, man hört nur noch von Schwangeren, man vergleicht sich mit den Schwangeren, alles ist auf einmal schwanger. Alle Frauen wirkten auf mich sehr entspannt und überglücklich. Oder ist das alles nur Schein? Es kann ja nicht sein, dass es allen nur gut geht in ihrer Schwangerschaft oder irre ich mich da? Wenn ich gewusst hätte, dass es anderen auch so schlecht ging wie mir, dann hätte ich mich besser gefühlt. Liebe Frauen, ich glaube, dass vieles von außen nur „gespielt“ ist, denn sind wir mal ehrlich, es kann doch nicht sein, dass alle schwangeren Frauen auf der Welt von einer rosa Seifenblase umgeben sind. Bei mir war es genau das Gegenteil und damit möchte ich euch ein wenig von mir erzählen. Vielleicht ging es euch genauso wie mir …
Meine ersten fünf Monate waren eine Katastrophe. Mir war schlecht, ich habe erbrochen und nichts hat geholfen. Ich habe es mit sämtlichen Mitteln probiert, die einem vom Arzt so verschrieben werden. Man solle es mit Ingwer in Maßen probieren (übrigens Ginger Ale ist erlaubt), an der frischen Luft spazieren (wer möchte im Winter draußen bei Eiseskälte spazieren gehen oder im Sommer bei 30 Grad im Schatten – ich nicht), außerdem soll man sich nicht reinsteigern und, und, und. Wenn alles nicht hilft, dann gibt es mit Vomex. Wenn das nicht hilft gibts Nausema und so ging das immer weiter. Mir hat nichts geholfen. Im Gegenteil, ich habe die ganzen Tabletten und die Hausmittel nicht vertagen. Ich war verzweifelt, weil ich nicht verstehen wollte und konnte, dass es einfach nichts gibt, was mir hilft, denn so konnte es nicht weiter gehen. Schließlich landete ich für ein paar Tage im Krankenhaus. Ab an den Tropf und dann volle Lotte den ganzen Tag alles durch die Vene gepumpt. Blöderweise hat das auch noch geholfen, aber nur noch an der Infusion zu hängen, ist für mich auch keine Möglichkeit. Nach Wochen, die nun vergangen sind und es immer noch nicht besser wurde, habe ich fast aufgehört nach etwas zu suchen, was mir helfen könnte. Man bekommt ja zwischendrin immer „super“ Tipps von anderen. Ich war zeitweise so genervt. „Irgendwann geht das auch vorbei“ , „Halte durch“ , „Dein Körper reagiert nun mal sensibel auf die Schwangerschaft“ , „Im schlimmsten Fall sind es nur noch fünf Monate“ bla, bla, bla… ich konnte es nicht mehr hören, denn wenn sie in einem drin stecken würden, würden sie nicht sowas sagen. Kurz vorm Aufgeben habe ich dann aber noch mein Wundermittel gefunden:
NUX VOMICA. Das sind kleine Globuli auf homöopathischer Basis. Also liebe Frauen, falls ihr wie ich in solch einer Lage steckt, probiert sie aus. Für mich waren sie die letzte und beste Lösung überhaupt!!
Nachdem nun fünf Monate Qualen endlich vorbei waren, hatte ich noch 4-5 Monate, um auch ein Gefühl der wundervollen Schwangerschaft, genießen zu können. Naja, ihr könnt euch sicher vorstellen, dass meine Geschichte noch nicht ganz fertig erzählt ist . Ich hatte nämlich das Glück, in Corona-Zeiten schwanger zu sein. Mein Aqua-Kurs fiel flach, sowie auch meine wöchentlichen Besuche im Schwimmbad. Die Läden schlossen und nun konnte ich nicht mal mehr nähen. Also saß ich zu Hause auf der Couch und starrte die Decke an. Es war wirklich fast soweit und die Männer im weißen Kittel hätten mich abholen können. Ich raffte mich schließlich auf und nähte mit dem Stoff, den ich noch hatte alles mögliche, was noch ging. Meinen nun endlich runden Bauch konnte ich auch nicht stolz in der Stadt beim Schlendern präsentieren, denn es herrschte ja so etwas wie Ausgangssperre. Also was macht Frau, wenn sie eingesperrt zu Hause sitzt und nichts machen kann… richtig … ich shoppte mich einfach quer durchs Internet. Nun hatte ich wieder eine Beschäftigung. Jeden Tag ging der Mausklick zum Button „jetzt kostenpflichtig bestellen“. Am Ende hatte ich so viele Pakete hier, dass ich schon gar nicht mehr wusste, was ich eigentlich bestellt hatte und was gerade angekommen war. Es war also jeder Tag voller Überraschungen. Das hielt so lang an bis ich kugelrund war.
Nun begann die letzte Phase meiner Schwangerschaft, in der ich als dicke Kugel von einem Ort zum anderen taumelte. Der riesige Bauch erschwert einem sogar die einfachen Dinge des Alltags. Es ist auf einmal nicht mehr möglich ohne einen „Lastenaufzug“ von der Couch aufzustehen oder ohne einen riesigen Schuhanzieher sich die Schuhe anzuziehen. Da das nicht ausreichte, führte dann auch noch eine winzige Blase dazu, dass ich in der Nacht fast nicht mehr von der Toilette runtergekommen bin und dadurch auch der Schlaf sehr kurz ausgefallen ist. Ich wollte einfach, dass diese Quälerei endlich ein Ende hat! Dieses Ende kam dann aber leider doch etwas früher als geplant und so begann eine nächste sehr, sehr, sehr lange Phase meiner Schwangerschaft, nämlich die Geburt unserer kleinen Tochter! Und wie das weiter geht, erfahrt ihr im nächsten Blog unter dem Navigationspunkt Geburt.
Liebe Frauen, bevor es mit der Geschichte meiner Schwangerschaft weitergeht, möchte ich euch aber noch abschließend etwas sagen. Egal wie schlecht es euch geht, ihr findet euren Weg und egal wie, ihr schafft das. Wenn ihr Emotionen habt, egal welcher Art und euch zumute ist, diese zu zeigen und raus zu lassen, dann lasst sie raus, denn danach geht es euch besser! Hört auf euer Bauchgefühl, denn das sagt euch immer das Richtige. Die Zeit geht vorbei und am Ende schneller als man denkt. Ihr seid damit auch wenn es vielleicht manchmal so scheint nicht allein!
