Nun war es wieder soweit. Die zweite Geburt stand vor der Tür. Ich war ziemlich nervös bzw hab ich mit dem schlimmsten gerechnet. Meine Gyn versicherte mir zwar, dass die zweite Geburt wirklich kürzer wird, aber so recht konnte ich es ihr nicht glauben. Meine Wunschvorstellung war unter 10 Stunden zu bleiben und auf natürlichen Wege. Ich hatte wirklich Bammel, denn noch so eine Geburt wie beim ersten Mal, hätte ich vermutlich nicht durchgestanden. Mein Wunsch nach einer natürlichen Geburt war auch so groß, dass ich wirklich nicht gewusst hätte, wie ich reagiert hätte bzw wie ich mich fühlen sollte, wenn mein Wunsch nicht in Erfüllung ginge.
Ich dachte, diesmal wüsste ich Bescheid, wann es los ginge, aber Pusteblume. Es kam alles ganz anders als gedacht. Also hab ich erstmal alle verrückt gemacht und drei Wochen vorher meine Freundin und meine Mum angerufen, dass sie sich es zu dieser Nacht nicht all zu bequem machen sollen. Gegen Mitternacht habe ich dann beiden gesagt, dass sie sich doch entspannen können. Für mich war es eindeutig. Bei Bella hat sich die Geburt schon relativ früh angekündigt. Samstag hatte ich Wehen bekommen und Montag Nachmittag sind wir ins Krankenhaus gefahren. Also dachte ich, dass es diesmal wieder genauso wird, aber es waren am Ende nur Übungswehen. Eine Woche später am frühen Morgen, lief ich wie gewohnt durch die Wohnung, weil mir alles weh tat und ich nicht mehr schlafen konnte. Ich ging auf Toilette und bemerkte, dass ich geblutet hatte. Also rief ich im Krankenhaus an und machte meinen Mann wach. Daraufhin sind sollten wir ins Krankenhaus kommen, um es abzuklären. 30 Minuten später bekam ich wehen. Ich wendete meinen Trick an heiß zu Duschen, um zu schauen, ob es besser wird oder nicht (wird es besser, sind es Übungswehen ; wird es schlechter oder bleibt es so, sind es Geburtswehen). Es wurde nicht besser , aber die Wehen waren aashaltbar und nicht so schmerzhaft wie ich sie kannte. Wir haben auf Bellas Großeltern gewartet, damit wir los können. Mittlerweile wurden die Wehen immer intensiver und im Auto dachte ich dann das erstmal Mal, dass es heute wirklich los geht. Es war zum Glück Sonntag morgen um 7:30 Uhr als wir uns auf den Weg gemacht hatten. Die Straßen waren frei und wir schnell unterwegs. Angekommen, dachte ich mir „oh f***. Es geht los.“ Die Hebamme meinte, wir müssen uns noch gedulden, denn alles sei voll, kein einziges Zimmer mehr frei. Wie ich erfahren habe, haben sie nach mir sogar ein Annahmestopp gemacht. Ich meinte dann zu meinem Mann „wenn es jetzt nicht los geht, bekomme ich das Kind auf dem Flur“. Mein Mann eilte zur Hebamme, um ihr das mitzuteilen und schließlich konnte ich dann direkt in den Kreißsaal rein und kaum drin, sagte mir die Hebamme, das mein Muttermund vollständig geöffnet sei. Keine zehn Minuten später platze meine Fruchtblase und es ging los. Die Hebamme musste erstmal noch alle vorbereiten und einem Arzt bescheid geben. Wir haben sie also anfangs kaum gesehen. Sie kam dann erneut wieder rein und sagte mir dann, dass er wie bei meiner ersten Geburt noch nicht komplett gedreht war. Er hing, wie Bella damals, im Becken fest. Ich hatte ein Dejavu bekommen und plötzlich kam Panik bei mir auf. Ich sagte immer wieder, dass ich das nicht erneut nochmal kann, 30 Stunden in den Wehen zu liegen für „nichts“. Dann lieber direkt einen erneuten Kaiserschnitt. Meine Angst war wirklich riesig. Ich wollte direkt in den OP Raum. Mein Mann versuchte mich zu beruhigen und erstmal abzuwarten. Noch sei alles offen. Meine Hebamme sagte direkt, dass das sowieso nicht ginge wegen dem Kaiserschnitt. Nochmal 30 Stunden wäre also komplett abwegig gewesen. Das beruhigte mich zumindest schon mal etwas. Innerhalb der nächsten Stunde müsste entschieden werden, was nun passiert. Sie riet mir dazu eine PDA legen zu lassen, da wir diese ja eh benötigen würden für einen Kaiserschnitt. Sie gab mir Wehen senkende Mittel, damit ich mich nicht so quälen musste. Aber diese haben leider nichts gebracht. Also nahm ich die PDA. Und kaum, dass die PDA gelegt wurden war, hat es unser kleiner Mann geschafft sich komplett zu drehen und hat es geschafft, am Becken vorbei zu kommen. Ich hatte auf einmal das Gefühl, unseren Wurm direkt im sitzen zu bekommen. Daraufhin schaute die Hebamme nach, wie weit er war. Sie sagte nur noch, „okay Laura, drei mal pressen und dann ist er da“. Ich wollte es nicht glauben, aber es war tatsächlich so. Alles ging so rasend schnell. 8 Uhr morgens angekommen und 9:52 Uhr hatte unser kleiner Schatz Neal Henry das Licht der Welt erblickt. Ich war so überglücklich. Ich konnte mein Glück nicht fassen. Ich hatte im Nachhinein betrachtet eine super „entspannte“ und schnelle Geburt. So wie ich es mir gewünscht hatte.
Ob die Datteln wirklich dazu beitragen haben, dass es so schnell ging? Keine Ahnung. Aber Fakt ist, es ging super schnell. Zu meiner ersten Geburt hatte ich keine Datteln vorher gegessen. Also haben sie vielleicht wirklich was bewirkt.
Kommen wir noch zu einem eher unangenehmen Thema. JA ihr lieben Frauen. Ich hatte durch die schnelle Geburt einen Dammriss erlitten, der genäht werden musste. Für mich übrigens fast schlimmer als die Geburt selbst bzw nicht schlimmer, sondern eher unangenehmer, untenrum genäht zu werden. Aber es gibt gute Nachrichten :). Nach ein paar Wochen ist alles wieder vergessen und alles halb so schlimm.